Die Baloch National Movement (BNM) organisierte eine Protestdemonstration auf dem Porta-Nigra-Platz in der deutschen Stadt Trier, um international auf die systematischen und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen, die derzeit in Belutschistan stattfinden.
Menschenrechtsaktivist:innen und Unterstützer:innen der belutschischen Nation nahmen an der Demonstration teil. In Solidarität mit der Bevölkerung Belutschistans brachten die Protestierenden ihre große Besorgnis über erzwungene Verschwindenlassen, außergerichtliche Tötungen, willkürliche Verhaftungen und staatliche Repressionen gegen politische Dissident:innen und Menschenrechtsaktivist:innen zum Ausdruck. Die Teilnehmenden erklärten, dass diese Maßnahmen in organisierter Form vom pakistanischen Staat durchgeführt würden.
Mit Plakaten, Bannern und Redebeiträgen forderten die Protestierenden die internationale Gemeinschaft, globale Menschenrechtsorganisationen und die Medien auf, ihr Schweigen zur Lage in Belutschistan zu brechen. Redner:innen betonten, dass das Leid der belutschischen Nation trotz jahrzehntelang dokumentierter und anhaltender Menschenrechtsverletzungen auf internationaler Ebene weiterhin ignoriert werde.
Während des Protests verteilten BNM-Aktivist:innen zudem Flugblätter auf Deutsch und Englisch.
Die Demonstration machte auf die gravierenden Auswirkungen dieser Übergriffe auf Frauen, Kinder und die Familien der Verschwundenen aufmerksam. Redner:innen erklärten, dass die Familien der Verschwundenen – insbesondere Mütter und Kinder – seit Jahren durch friedlichen Widerstand Gerechtigkeit und die sichere Rückkehr ihrer Angehörigen fordern, jedoch statt Gerechtigkeit kollektiver Bestrafung ausgesetzt seien.
Redner, darunter Luqman Baloch, Wajahat Baloch, Asif Baloch, Mujeeb Abdullah, Shariq Baloch und Habib Baloch, verurteilten nachdrücklich die erzwungenen Verschwindenlassen, außergerichtlichen Tötungen und die kollektive Bestrafung, denen die Bevölkerung Belutschistans ausgesetzt ist.
Die Redner kritisierten zudem scharf das Vorgehen der pakistanischen Armee und erklärten, diese setze Gewalt gegen Zivilist:innen in Belutschistan ein. In den vergangenen Tagen seien Berichten zufolge Dutzende Menschen durch direkte Militäroperationen in Gwadar, Mastung und Kech getötet worden; zudem seien Zivilist:innen bei Drohnenangriffen ums Leben gekommen. Die Protestierenden erklärten, dass diese Umstände die internationale Gemeinschaft in die Pflicht nähmen, militärische und wirtschaftliche Hilfe, Verteidigungspartnerschaften sowie Waffenlieferungen an Pakistan neu zu bewerten.
Als eine der schlimmsten Formen kollektiver Bestrafung erklärten die Protestierenden, dass auch die Familien von Menschenrechtsverteidiger:innen und politischen Aktivist:innen in Belutschistan Opfer von erzwungenem Verschwindenlassen würden. Sie verwiesen auf die jüngsten erzwungenen Verschwindenlassen von Muhammad Bakhsh Sajdi (Vater), Naeem Sajdi (Onkel) und Rafiq Baloch (mütterlicher Onkel) des BNM-Vorsitzenden Dr. Naseem Baloch. Nach Angaben der Protestierenden zielten diese Festnahmen darauf ab, den BNM-Vorsitzenden unter Druck zu setzen, seine politischen Aktivitäten aufzugeben.
Weiter erklärten sie, dass die Familie von Dr. Naseem Baloch fortlaufend staatlicher Repression durch den pakistanischen Staat ausgesetzt sei. Mehrere seiner nahen Angehörigen seien jahrelang gewaltsam verschwunden gewesen, während einige bei Razzien in ihren Häusern außergerichtlich getötet worden seien. In jüngster Zeit seien auch Familienangehörige anderer BNM-Führungspersönlichkeiten und Aktivist:innen schikaniert worden.
Die Redner erklärten unmissverständlich, dass sich die BNM-Führung und ihre Aktivist:innen von solchen Taktiken der pakistanischen Armee nicht einschüchtern lassen würden.
Die Protestierenden erwähnten zudem die Verhaftung der bekannten Anwältin Imaan Mazari und ihres Ehemanns Hadi Ali Chatha und erklärten, dass kollektive Bestrafung in Belutschistan nicht auf die Familien belutschischer Aktivist:innen beschränkt sei, sondern sich auch gegen deren Anwält:innen und Menschenrechtsverteidiger:innen richte. Imaan Mazari und Hadi Ali Chatha seien festgenommen worden, weil sie sich gegen die Gräueltaten in Belutschistan ausgesprochen und Fälle von erzwungenem Verschwindenlassen vertreten hätten.
Die Protestierenden forderten die Vereinten Nationen, die Europäische Union und internationale Menschenrechtsorganisationen auf, unabhängige Untersuchungen zu den Menschenrechtsverletzungen in Belutschistan durchzuführen und die Verantwortlichen nach internationalem Recht zur Rechenschaft zu ziehen.